
Florian Gams (Mitte) erläutert im Arbeitskreis die Pläne für das Pflegeheim am Klosteracker
Vilshofen. Einen Tag nach der Stadtratssitzung, in der intensiv über ein Pflegeheim am Klosteracker diskutiert wurde, traf sich der SPD-Arbeitskreis Kommunales, um über dieses und weitere Themen zu diskutieren. Einig waren sich die Vertreter der SPD-Ortsvereine im Stadtgebiet Vilshofen, dass es kein Argument für ein weiteres Pflegeheim am Klosteracker gebe und dass das Pflaster am Stadtplatz baldmöglichst ausgetauscht werden müsse.
„Wenn man die Zahl der vorhandenen Pflegeplätze in der Stadt und im Umland nüchtern betrachtet, gibt es keinen Bedarf für ein weiteres Pflegeheim in Vilshofen“, bekräftigte Erich Fuchs, der Leiter des Arbeitskreises, das Abstimmungsverhalten der SPD-Stadtratsfraktion gegen die Veräußerung des Grundstücks am Klosteracker an einen privaten Investor. 120 Plätze seien von einem privaten Investor geplant, die AWO biete 154 Plätze an. Erich Fuchs warnte, dass am Ende der Wettbewerb zwischen zwei Betreibern in dieser Größenordnung für beide Heime gefährlich sein könne und am Ende beide durch die entstehenden Leerstände finanziell ruiniert würden. „Dann bleiben nur noch Scherben zurück. Wenn ein Betreiber aufgeben muss, ist die Wahlmöglichkeit auch wieder dahin“ gibt Fuchs zu bedenken.
Selbst diejenigen, die das Argument des fehlenden Bedarfs nicht gelten ließen und eine Wahlmöglichkeit forderten, müssten einsehen, dass es kein überzeugendes Argument für den Standort am Klosteracker gebe. Stefan Grill wies darauf hin, dass der Klosteracker für die künftigen Bewohner und die Angehörigen Nachteile biete: „Das Gelände ist selbst für rüstige Bewohner für Spaziergänge zu steil und zu weit weg von Geschäften. Schwierig ist es auch mit Rollstühlen oder Rollatoren.“ „Die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen müssen im Vordergrund stehen. Wenn überhaupt ein zweites Pflegeheim kommen sollte, dann nur im Stadtzentrum“ betonte Karl-Heinz Mösche. Erich Fuchs brachte auch einen Standort in Pleinting ins Spiel: „Hier gibt es bestehende Gebäude, die umgebaut werden könnten. Außerdem hätten die Bewohner im Ort mehr Gelegenheit zu sozialen Kontakten“.
Stadtrat Florian Gams informierte über den Verlauf der Diskussion im Stadtrat und das weitere Verfahren. Gams bedauerte, dass das Angebot des Investors, sich ein bestehendes Heim in Bad Steben anzusehen, nicht von den Stadtratskollegen angenommen wurde:
„So hätte man sich wenigstens ein Bild von dem Betreiber machen können“.
Zweites großes Thema war das Pflaster am Stadtplatz. Andrea Bruckmeier hatte dazu eine Umfrage auf dem Stadtplatz gemacht und war auf viel Zustimmung gestoßen: „Die Mehrheit empfindet das Pflaster als Zumutung. Durch das kleinteilige, ungesägte Pflaster bilden sich regelrechte Stolperfallen“. Vor allem Ältere und Gehbehinderte, aber auch Eltern mit Kinderwägen und Reisende, die mit ihrem Rollkoffer zum Bahnhof wollen, hätten Schwierigkeiten beim Gehen. „Es haben nicht nur Frauen mit Stöckelschuhen ein Problem, auch mit normalem Schuhwerk stolpert man wegen der hervorstehenden einzelnen Steine. In den Kinderwägen werden die Babys regelrecht durchgeschüttelt, sagen die Eltern“ berichtet Andrea Bruckmeier. Verbesserungen seien also dringend notwendig.
Andrea Bruckmeier erinnerte an den Austausch des Pflasters in der Oberen Vorstadt: „Das Pflaster in der Oberen Vorstadt ist eine große Verbesserung. Es hieß 2007, die Obere Vorstadt sei ein Testlauf für den Stadtplatz. Bei einer Bürgerversammlung habe ich nachgefragt, wann der Stadtplatz dran ist und die Auskunft vom ehemaligen Bürgermeister Gschwendtner bekommen, man müsse auf die Fertigstellung der Ortsumgehung warten.“ Das würde bedeuten, die Vilshofener müssten noch Jahre auf ein gehfreundliches Pflaster warten. Bruckmeier hält dagegen: „Man darf die Bevölkerung nicht länger auf den Sankt Nimmerleinstag vertrösten.“ SPD-Stadträtin Sigrid Huber hatte dazu einen Antrag zu den Haushaltsberatungen eingebracht, der aber auf nächstes Jahr verschoben wurde. „Wir werden die Stadträte beim Wort nehmen und vor der Aufstellung des nächsten Haushalts nachfragen, wann welche Bauabschnitte verwirklicht werden können“, so Andrea Bruckmeier. Erich Fuchs erinnerte daran, dass die Sanierungen in Pleinting absoluten Vorrang hätten. Dies wurde auch von den Mitgliedern des Arbeitskreises so gesehen. Pleinting habe schon viel zu viele Jahre warten müssen. Dennoch sollte auch für den viel frequentierten Stadtplatz baldmöglichst eine Verbesserung in Angriff genommen werden.
Die nächste Sitzung des Arbeitskreises der Vilshofener SPD-Ortsvereine findet am 23. April im Gasthaus Blaue Donau in Pleinting statt.